Anwalts-Nutzungsbedingungen (B2B)

Stand: Juli 2026 · Version 1.0 · Mandanten-AGB

Diese Bedingungen regeln die Nutzung der Advocato-Plattform durch zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte („Anwalt") im Verhältnis zur Advocato GmbH (i. Gr.) („Advocato").

1. Rolle und Zulassung

  • Advocato betreibt eine reine Vermittlungsplattform. Der Anwalt handelt als unabhängiger Berufsträger; ein Anstellungs- oder Gesellschaftsverhältnis wird nicht begründet.
  • Der Anwalt sichert zu, in mindestens einem EU/EWR-Staat als Rechtsanwalt zugelassen zu sein und eine gültige Berufshaftpflichtversicherung nach den Anforderungen seiner Kammer zu unterhalten.

2. Verifizierung

Vor Freischaltung prüft Advocato Anwaltsausweis, Kammerzulassung, Haftpflichtnachweis und Identität. Advocato kann Nachweise jederzeit erneut anfordern. Ohne gültige Nachweise wird das Konto gesperrt.

3. Mandatsverhältnis

Der Mandatsvertrag kommt ausschließlich zwischen Mandant und Anwalt zustande. Der Anwalt ist allein verantwortlich für Interessenkollisionsprüfung, Aufklärung, Beratung, Aktenführung und Einhaltung des Berufsrechts (BRAO, BORA, RVG bzw. jeweiliges nationales Berufsrecht).

4. Verfügbarkeit und Reaktionszeiten

  • Der Online-Status („verfügbar") signalisiert Bereitschaft, SOS-Anfragen anzunehmen. Bei wiederholter Nichtannahme angenommener Tickets behält sich Advocato eine temporäre Herabstufung im Matching vor.
  • Notfall-Beratungen sind innerhalb von 90 Sekunden nach Annahme aufzunehmen.

5. Vergütung und Auszahlung

  • Advocato zieht die Gebühr vom Mandanten ein und schüttet den Anwaltsanteil abzüglich Plattformgebühr aus. Die aktuellen Sätze sind im Anwalts-Dashboard hinterlegt.
  • Auszahlungen erfolgen monatlich per Stripe Connect an das hinterlegte IBAN-Konto des Anwalts.
  • Der Anwalt ist selbst für die umsatzsteuerliche Behandlung und Abrechnung seiner Leistung gegenüber dem Mandanten verantwortlich (Reverse-Charge/OSS gemäß Einzelfall).

6. Bewertungen

Mandanten können nach Abschluss eines Tickets eine Bewertung abgeben. Advocato moderiert offensichtlich rechtswidrige oder beleidigende Bewertungen; ein Anspruch auf Löschung sachlicher Kritik besteht nicht.

7. Fall-Übergabe (Handoff)

Nur nach ausdrücklicher Einwilligung des Mandanten stellt Advocato dem Anwalt eine Fall-Zusammenfassung (PDF) zur Übernahme des Mandats bereit. Die weitere Mandatierung erfolgt außerhalb der Plattform.

8. Verschwiegenheit und Datenschutz

Der Anwalt verpflichtet sich zur Einhaltung der berufsrechtlichen Verschwiegenheit und der DSGVO. Für die Verarbeitung von Mandantendaten außerhalb der Plattform ist der Anwalt eigenständig Verantwortlicher im Sinne der DSGVO.

9. Sperrung und Kündigung

  • Advocato kann das Konto bei Verdacht auf Verstöße gegen Berufsrecht, diese Bedingungen oder gesetzliche Vorschriften temporär sperren.
  • Beide Seiten können das Nutzungsverhältnis mit Frist von 30 Tagen ordentlich kündigen. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung bleibt unberührt.

10. Haftung im Innenverhältnis

Advocato haftet gegenüber dem Anwalt nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Für Beratungsfehler haftet ausschließlich der Anwalt im Rahmen seiner Berufshaftpflicht; er stellt Advocato insoweit von Ansprüchen Dritter frei.

11. Änderungen

Änderungen dieser Bedingungen werden mindestens 4 Wochen vor Wirksamwerden in Textform mitgeteilt. Widerspricht der Anwalt nicht innerhalb dieser Frist, gelten die Änderungen als angenommen.

12. Recht und Gerichtsstand

Es gilt deutsches Recht. Ausschließlicher Gerichtsstand ist Berlin.